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Auflösung Lufwaffenausbildungsorganisation

Mit der Entscheidung, keinen Bürger mehr zum Grundwehrdienst einzuberufen war der Bedarf von bisher 19 auf nur noch drei Ausbildungskompanien gesunken. Eine Auflösung des letzten noch verbleibenden Luftwaffenausbildungsregimentes war damit unvermeidbar. Alle in der Luftwaffe freiwillig Wehrdienstleistenden und Soldaten auf Zeit in der Laufbahn der Mannschaften werden ihre Grundausbildung zukünftig in Germersheim absolvieren. Bis zur endgültigen Aufnahme der dann drei Ausbildungskompanien wird in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth bis Ende 2012 in zwei und anschließend in einer Kompanie ausgebildet.

Roth

Einmarsch unter den Klängen des „Yorkschen Marsches“

Einmarsch unter den Klängen des „Yorkschen Marsches“ (Quelle: Luftwaffe/Dieter Rosenbaum)Größere Abbildung anzeigen

Zum letzten Mal legten am 16. Juli 2012 die Soldatinnen und Soldaten des Rother Luftwaffenausbildungsbataillons ihr Treuebekenntnis ab. Am 31. Dezember 2012 dieses Jahres endet mit der Auflösung des II. Bataillon die 47-jährige Patenschaft mit der Stadt Heideck.

Das Heidecker Heimatfest ist auch gleichzeitig der alljährliche Höhepunkt im Rahmen der jahrzehntelangen Patenschaft. Bereits am Freitagabend, dem Eröffnungstag des Heimatfestes, prägten die Soldaten das Heidecker Stadtbild. Die Teilnahme beim Historischen Festumzug und am Gelöbnis am Montag den 16. Juli 2012, dem Tag der Patenschaft, waren seither ein fester Bestandteil im Festprogramm.

Den besonders hohen Stellenwert, welchen die Bundeswehr im Landkreis Roth hatte, zeigt immer wieder die hohe Anzahl der anwesenden Ehrengäste. Das Heideck ganz oben auf der Veranstaltungsliste für jeden Repräsentanten des öffentlichen Lebens als „Pflichttermin“ steht, liegt an der seit langem gepflegten Tradition, einer gelebten Patenschaft und der Herzlichkeit seiner Bürger.

Eingerahmt von den feierlichen Klängen der Bayernhymne und der Nationalhymne legten die 55 angetretenen freiwillig Wehrdienstleistenden Soldatinnen und Soldaten ihr Feierliches Gelöbnis sowie die 54 Soldatinnen und Soldaten auf Zeit ihren Eid ab.

Mit einem „Großen Zapfenstreich“ verabschiedeten sich am 17. September 2012 die Soldatinnen und Soldaten des Luftwaffenausbildungsregimentes und des II. Bataillons, die am 31. Dezember 2012 bzw. am 31. März 2013 aufgelöst wurden, von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Roth.

Beim Empfang in der Stadthalle Roth bedankte sich General Keller für die seit 1956 gelebte Partnerschaft und herzliche Verbundenheit aus. Als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung, sowie gleichzeitig als Erinnerung an den Großen Zapfenstreich überreichte General Keller dem Ersten Bürgermeister Edelhäußer, stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Roth, eine Dankesurkunde.

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Mengen

Die Rekruten legten das letzte Treuebekenntnis ab

Die Rekruten legten das letzte Treuebekenntnis ab (Quelle: Luftwaffe/Dieter Rosenbaum)Größere Abbildung anzeigen

Am 22. März legten, nach jahrzehntelanger Präsenz des I. Bataillons, die Soldaten im Hofgarten der Stadt Scheer letztmalig ein Treuebekenntnis in der Region Oberschwaben ab. Der Ausbildungsauftrag endet am 31. März und zum 31. August schließt der Verband die Tore der Oberschwaben-Kaserne in Mengen/Hohentengen.

Dass der Standort in der Region zeitnah aufgegeben wird nimmt die Region einerseits wehmütig, aber auch verärgert zur Kenntnis. „Die „Blauen“, so nannte Jürgen Wild, Bürgermeister der Stadt Scheer die Luftwaffensoldaten der Oberschwabenkaserne, „sind uns während Ihrer Zeit nicht nur zu Partnern, sondern zu Freunden geworden.“

„In Mengen, Hohentengen und den Gemeinden in der sogenannten „Göge“ wurden die Soldaten stets als Mitmenschen und Mitbürger in die Gemeinschaft aufgenommen und fühlten sich immer sehr gut aufgehoben. Sie vermittelten uns das Gefühl, dazu zu gehören und Willkommen zu sein. Dafür möchte ich Ihnen allen ganz herzlich danken“, äußerte sich Brigadegeneral Keller und überreichte den Bürgermeistern der Stadt Scheer und der Gemeinde Hohentengen, Jürgen Wild und Peter Rainer, das Wappen des Luftwaffenausbildungskommandos.

Am 22. Mai um 16:47 Uhr endete dann eine fast 50jährige Ära in der Region Oberschwaben. Mit dem Verhüllen der Truppenfahne wurde das I. Bataillon Luftwaffenausbildungsregiment aus Mengen/Hohentengen formal außer Dienst gestellt. Mit diesem offiziellen Akt der Außerdienststellung endet zum 31. August auch die militärische Präsenz der Luftwaffe in der Region.

Seit 1963 war die Luftwaffe am Standort Mengen/Hohentengen präsent. Mit der damaligen Verlegung des II. Bataillons des Luftwaffenausbildungsregiment 4 von Freising in den Fliegerhorst Mengen begann die Ära der Luftwaffe in der Region Oberschwaben. Vier Ausbildungskompanien, ein Bataillonsstab sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zivilen Verwaltung waren seither in der Kaserne beheimatet. 1987 wurde das Bataillon dem Luftwaffenausbildungsregiment 3 als I. Bataillon unterstellt. 2002 wurde die Grundsanierung der Kaserne abgeschlossen und 2006 der Fliegerhorst Mengen/Hohentengen in Oberschwabenkaserne umgetauft.

Es war ein bewegender Moment, als Birgadegeneral Rainer Keller, Kommandeur Luftwaffenausbildungskommando, und Oberst Eckhard Bodenbender, Kommandeur Luftwaffenausbildungsregiment, die Truppenfahne des I. Bataillon aus Mengen/Hohentengen zum Marsch „Robert the Bruce“ verhüllten. Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Soldatinnen und Soldaten ließen dabei ihren Gefühlen freien Lauf.

Für die Region Oberschwaben war die Bekanntgabe der Stationierungsentscheidung vom 26. Oktober letzten Jahres niederschmetternd. Mit Unterschriftensammlungen sowie Gesprächen mit verantwortlichen Politikern mobilisierte die Region nochmals alle Kräfte für den Erhalt der Oberschwabenkaserne.

Beim anschließenden Empfang händigte Brigadegeneral Keller den Bürgermeistern Bubek und Rainer die Dankurkunde des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, aus. „Wir sind stolz und dankbar, dass wir in der Göge eine Heimat hatten und integraler Bestandteil von Mengen und Hohentengen sein durften. Wir werden gehen, doch die guten Erinnerungen werden bleiben“, so die Abschiedsworte der Luftwaffe.

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Strausberg

68 Soldatinnen und Soldaten legten letztmalig das Treuebekenntnis in der Strausberger Barnim-Kaserne ab

68 Soldatinnen und Soldaten legten letztmalig das Treuebekenntnis in der Strausberger Barnim-Kaserne ab (Quelle: Luftwaffe/Dieter Rosenbaum)Größere Abbildung anzeigen

Die Rekruten des ersten Ausbildungsquartals 2012 waren die letzten Luftwaffensoldaten in der Geschichte des Strausberger Ausbildungsbataillons, die ihr Treuebekenntnis in der Barnim-Kaserne ablegten. Am 31. August schloß das IV. Bataillon die Tore der Barnim-Kaserne.

231 Stammsoldaten und Rekruten, unter ihnen der durch das Bataillon betreute Lehrgang der Zivilberuflich anerkannten Aus- und Weiterbildung (ZAW), waren auf dem Appellplatz in der Kaserne angetreten und gaben dem letzen Gelöbnis einen würdigen Rahmen. Es war für beide Seiten ein denkwürdiger Tag. Für die 68 jungen Soldaten, die beim feierlichen Appell vor den Augen ihrer Angehörigen das Treuebekenntnis „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“ ablegten und für die Stammsoldaten, welche am 23. Juni 2004 von Holzdorf in die Kaserne der Strausberger Vorstadt einzogen und diese Ende August verlassen müssen.

Mit dem letzten Gelöbnis verabschiedete sich auch das Luftwaffenmusikkorps 4 aus Berlin, welches das Bataillon in den vergangenen sieben Jahren in bewährter Weise bei den feierlichen Appellen musikalisch unterstützt hat.

„Mit Wirkung vom 31. August 2012 löse ich das IV. Bataillon Luftwaffenausbildungsregiment auf.“ Mit diesen Worten beendete der Kommandeur Luftwaffenausbildungskommando, Brigadegeneral Rainer Keller, am 26. Juni die über 20-jährige Ära des größten und zugleich jüngsten Ausbildungsverbandes der Luftwaffe.

Im Oktober 2011, kurz vor den Stationierungsentscheidungen, feierte das IV. Bataillon Luftwaffenausbildungsregiment noch sein 20-jähriges Bestehen. 1991 in Holzdorf aufgestellt, verlegte das Bataillon 2004 in die Strausberger Vorstadt. Eigentlich sollte dies nur eine Zwischenlösung sein, bis am Standort Wittstock die infrastrukturellen Maßnahmen zur Aufnahme des Verbandes geschaffen wurden. 2009 fiel jedoch die Entscheidung für die dauerhafte Stationierung des Verbandes in der Barnim-Kaserne. Bis heute wurden im einzigen Grundausbildungsbataillon der Luftwaffe in den „neuen Bundesländern“, über 17.000 Rekruten ausgebildet. Die Liegenschaft wird nach der Auflösungsphase durch das Heer weiter genutzt.

Brigadegeneral Rainer Keller, Oberst Eckhard Bodenbender, Kommandeur des vorgesetzten Luftwaffenausbildungsregimentes aus Roth und Oberstleutnant Hauke Koch als letzter Kommandeur des IV. Bataillons, verhüllten die Truppenfahne des Verbandes in Strausberg, der zum 31. August außer Dienst gestellt wird. Ein feierlicher Akt, der vielen Soldatinnen und Soldaten sowie den annähernd 300 erschienenen Ehrengästen sehr nahe ging.

„Wir sind stolz und dankbar, dass wir in der „Grünen Stadt am See“ im Märkischen Oderland eine Heimat hatten und integraler Bestandteil von Strausberg sein durften.“ Die Dankurkunde, unterzeichnet vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, wird künftig einen festen Platz im Rathaus der Stadt Strausberg einnehmen. Die Stadt hatte mit den tiefgreifenden Veränderungen in der Bundeswehr und der damit verbundenen Auflösung des IV. Bataillons Glück im Unglück. Am 31. August endet zwar die Präsenz der Luftwaffe in Strausberg, jedoch wird in wenigen Monaten das Kommando Heer und damit die Führungszentrale des Deutschen Heeres seinen Dienstsitz in Strausberg einnehmen.

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Stand vom: 30.12.15 | Autor: Thomas Schmitz


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