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Generalleutnant Horst Jungkurth

Inspekteur der Luftwaffe von 1987 bis 1991

Generalleutnant Horst Jungkurth
Generalleutnant Horst Jungkurth (Quelle: Luftwaffe/Multimedia)Größere Abbildung anzeigen

Horst Jungkurth wurde am 24. Januar 1933 geboren und ist in mehrfacher Hinsicht ein Mann der „ersten Stunde“ der Luftwaffe. Am 2. Januar 1956 nahm er mit den ersten Luftwaffensoldaten als Freiwilliger seinen Dienst in der Luftwaffenlehrkompanie in Nörvenich auf.

Generalleutnant Horst Jungkurth
Generalleutnant Horst Jungkurth (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Ausbildung zum Flugzeugführer, bei der er auch einer der ersten jungen Soldaten der Bundeswehr in den USA war, folgte die Verwendung in der „Studiengruppe Luftwaffe“ und als A 3 des „Fachbereiches Luftwaffe“ an der Führungsakademie der Bundeswehr. Diese Studiengruppe befasste sich mit Luftkriegsoperationen und bereitete mit ihren Vorstellungen die Führungsvorschrift der Luftwaffe vor, die LDv 100/1. Jungkurth durchlief eine rasche Karriere mit Verwendungen als Kommodore eines Leichten Kampfgeschwaders FIAT G-91, Divisionskommandeur, Kommandeur der 4. Allied Tactical Air Force sowie als Stellvertreter des Generalinspekteurs, bevor er am 1. Oktober 1987 zum Inspekteur der Luftwaffe ernannt wurde.

In seiner Amtszeit entbrannte in Öffentlichkeit, Medien und Politik heftiger Streit über Notwendigkeit und Auswirkungen des militärischen Tiefflugs. Der Luftwaffe fiel es zu, mit militärischen Argumenten zu überzeugen und zugleich vertretbare Kompromisse für den Flugbetrieb zu erreichen. Ende 1989 zeichnete sich die Wiedervereinigung Deutschlands ab und es ergab sich die schwierige aber einmalige Aufgabe, eine gesamtdeutsche Luftwaffe als Teil der „Armee der Einheit“ aufzubauen. Dazu konnte General Jungkurth noch wesentlich beitragen. Für seine Verdienste wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Er schied am 31. März 1991 aus dem aktiven Dienst aus.

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Stichwort „Gesamtdeutsche Luftstreitkräfte“

Nach dem Fall der Berliner Mauer und in Erwartung eines vereinten Deutschlands verabredeten militärische Führer der Nationalen Volksarmee (NVA), Kontakt zur Bundeswehr zu suchen. Das Bundesministerium der Verteidigung regte an, dass Bundeswehr- Kommandeure darauf eingehen sollten, allerdings informell und in Zivil. So hatte der Inspekteur der Luftwaffe schon Ende 1989 Verbindung zum Chef des Stabes der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung (LSK/LV) der NVA, Generalleutnant Rolf Berger.

Die Besucher in der DDR gewannen ein aktuelles Bild der NVA: Die Verhältnisse bei den jungen Soldaten erschienen desolat und der technologische Stand niedriger als vorher zumeist angenommen. Dagegen erwies sich die bis 1989 mit rigorosen Befehlen erreichte Einsatzbereitschaft deutlich höher als „im Westen“ vielerorts bekannt.

Hervorzuheben ist das Offizierkorps, das sich – natürlich auch mit Hoffnung auf eine Zukunft in der Bundeswehr – um einen geordneten Übergang bemühte. Die Regierung der DDR wollte ihre Streitkräfte weitgehend erhalten, aber es kam nur die sofortige Übernahme durch die Bundeswehr in Frage, mit dem gesamten noch im Dienst befindlichen Personal sowie enormen Materialbeständen.

Am 3. Oktober 1990 formierte die Luftwaffe in Strausberg-Eggersdorf die 5. Luftwaffendivision als Übergangslösung, der alle im Beitrittsgebiet bestehenden LSK/LV-Verbände der NVA unterstellt wurden – eine „Luftwaffe im Kleinen“. Die Truppenteile wurden aufgrund des 2+4-Vertrages nicht der NATO assigniert. Das änderte sich erst mit dem Abzug der sowjetischen Truppen 1994, wobei der mit der Sowjetunion vereinbarte Verzicht auf die Dislozierung von Atomwaffen fortbestand.

So viel Anstrengung allen Beteiligten – gerade auch bei der Bewältigung der oft schicksalhaften Personalentscheidungen und der psychologischen Lage – noch abverlangt werden sollte, es war die Gestaltung der kritischen Anfangsphase, die für die Schaffung gesamtdeutscher Luftstreitkräfte eine gute Grundlage schuf.

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Stand vom: 08.06.18


http://www.geschichte.luftwaffe.de/portal/poc/geschlw?uri=ci%3Abw.lw_geschlw.trad.pers.insp.jungk