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Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik

Für Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg und Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik war die Einführung sogenannter UAVs in die Luftwaffe eins der großen Themen während ihrer Amtszeiten.
Für Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg und Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik war die Einführung sogenannter UAVs in die Luftwaffe eins der großen Themen während ihrer Amtszeiten. (Quelle: Luftwaffe/Sebastian Wilke)Größere Abbildung anzeigen
Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik war von 2009 bis 2012 Inspekteur der Luftwaffe.
Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik war von 2009 bis 2012 Inspekteur der Luftwaffe. (Quelle: Luftwaffe/Ingo Bicker)Größere Abbildung anzeigen

Aarne Kreuzinger-Janik wurde am 13. April 1950 in Lübeck geboren. Im Alter von 19 Jahren trat er 1969 in die Bundeswehr ein und durchlief bis 1974 die Offziersausbildung und die fliegerische Grundschulung zum Luftfahrzeugführer für Strahlflugzeuge. Seine erste Verwendung, von1974 bis 1981, war als Staffelpilot beim Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ in Nörvenich auf der F-104G „Starfighter“. Hier war er auch als Nachrichtenoffizier und Einsatzstabsoffizier eingesetzt. Nach Teilnahme am Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg von 1981 bis 1983, folgte eine Verwendung als Planungsstabsoffizier beim JaboG 31 „Boelcke“ bis 1985. Im Jahr 1985 übernahm Generalleutnant Kreuzinger-Janik die 1. Staffel des Jagdbombergeschwaders 34 „Allgäu“ in Memmingen, von wo aus er. nach drei Jahren als Staffelkapitän 1988 zum Kommando der 3. Luftwaffendivision nach Kalkar als Dezernatsleiter in der Abteilung A3 versetzt wurde. Bereits ein Jahr später folgte eine Tätigkeit als Studienprojektoffizier beim Amt für Studien und Übungen der Bundeswehr in Bergisch Gladbach. 1990 kehrte er als Kommandeur Fliegende Gruppe zum Jagdbombergeschwader 34 zurück, bevor er 1992 als G3-Stabsoffizier im NATO-Hauptquartier SHAPE in Mons/Belgien eingesetzt wurde. Eine ministerielle Verwendung folgte 1994 bis 1996 auf einem Referentendienstposten für militärpolitische Grundlagen im Führungsstab der Streitkräfte im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn. Anschließend wurde ihm die Führung des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ in Jagel übertragen. Während dieser einjährigen Verwendung als Kommodore war er zudem als Kommodore des Einsatzgeschwaders 1 der Luftwaffe in Piacenza (Italien) eingesetzt. Im damaligen Führungszentrum der Bundeswehr in Bonn war Generalleutnant Kreuzinger-Janik von 1997 bis 1999 als Referatsleiter verantwortlich für die Einsatzführung der Bundeswehrkontingente. Nach seiner Verwendung als Stellvertretender Befehlshaber und General für Nationale Territoriale Aufgaben im Wehrbereich II von 1999 bis 2000 kehrte er in die Luftwaffe zurück. In den Jahren 2000 bis 2003 war Generalleutnant Kreuzinger-Janik Stabsabteilungsleiter im Führungsstab der Luftwaffe (Fü L III) in Bonn und übernahm anschließend das Kommando über die 3. Luftwaffendivision mit Sitz in Berlin-Gatow. Am 1. Juni 2006 wurde er für mehr als drei Jahre Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos. Am 29. Oktober 2009 übertrug ihm der damalige Bundesminister der Verteidigung, Karl-Theodor zu Guttenberg, das Amt des Inspekteurs der Luftwaffe. Er folgte damit Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz. In seine Amtszeit als Inspekteur der Luftwaffe fiel die umfassendste Neuausrichtung der Luftwaffe, die er vorantrieb, um die Luftwaffe zukunftsfähig zu gestalten. Dazu gehörte auch die Einführung unbemannter Luftfahrzeuge als ein weiteres Schwerpunktthema seiner Amtszeit. Im Jahr 2012 erhielt Generalleutnant Kreuzinger-Janik das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Stichwort „Fähigkeitstransfer und UAV“

Mit den Verteidigungspolitischen Richtlinien vom 18. Mai 2011 hatte der Bundesminister der Verteidigung den Rahmen für eine Neuausrichtung der Bundeswehr festgelegt. Auf dieser Basis hat sich die Luftwaffe bewusst und unter Veränderung der traditionellen Schwerpunktsetzung auf ein breites Anforderungsprofil hin ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund erfolgte unter Führung von Generalleutnant Kreuzinger-Janik die Ausrichtung künftiger Fähigkeitsbeiträge der Luftwaffe entlang der wahrscheinlicheren Aufgaben und unter Nutzung langjähriger Einsatzerfahrungen der Luftwaffe. Einhergehend mit einer substanziellen Reduzierung des Personalumfangs, der Großwaffensysteme sowie der Militärflugplätze der Luftwaffe, wurden für weltweite Einsätze in unterschiedlichen Einsatzgebieten im Rahmen internationaler Konfliktverhütung und Krisenbewältigung entsprechend durchsetzungsfähige Kräfte mit einer differenzierten Durchhaltefähigkeit strukturbestimmend ausgebracht. Ein weiteres bestimmendes Merkmal der Neuausrichtung war der Fähigkeitstransfer Hubschrauber zwischen Luftwaffe und Heer sowie die Zusammenführung der Luftverteidigung und Flugabwehr in der Luftwaffe. Dieser führte neben der Bündelung der Mehrzweckhubschrauber NH 90 im Heer zur Konzentration des operativen Lufttransportes auch mit dem mittleren Transporthubschrauber CH-53 in der Luftwaffe. Zudem übernahm die Luftwaffe vom Heer die Waffensysteme MANTIS und OZELOT. Einen sichtbaren Ausdruck erfuhr die Neuausrichtung der Luftwaffe in der Abkehr von einer klassischen territorialen Gliederung hin zu einer Gliederung in drei Fähigkeitskommandos sowie der Entscheidung zur Aufstellung des Kommando Luftwaffe in Berlin Gatow. Um die Luftwaffe auch langfristig zukunftsfähig weiterzuentwickeln, wurden durch Generalleutnant Kreuzinger-Janik die Zukunftsfelder „Flugkörperabwehr“, „Weltraumnutzung“, „Air Surface Integration“ und „unbemannte Luftfahrzeuge“ als Schwerpunkte der Weiterentwicklung der Luftwaffe identifiziert. Im Zukunftsfeld der „unbemannten Luftfahrzeugsysteme“ (UAS) hatte die Luftwaffe mit der Zwischenlösung HERON 1 für den Einsatz in Afghanistan einen ersten Schritt in ein neues Zeitalter der Luftfahrt getätigt. Ausgerüstet mit unterschiedlichen Aufklärungssensoren wurde auch national der Nachweis angetreten, dass unbemannte Luftfahrzeugsysteme für die Erstellung eines umfassenden Lagebildes sowie für die Ziel- und Wirkungsanalyse im streitkräftegemeinsamen Einsatz künftig unabdingbar sein werden. Mit seinem Flight Plan UAS zeigte Generalleutnant Kreuzinger-Janik darüber hinaus den Weg der Luftwaffe in die Zukunft der unbemannten Luftfahrt auf. Mit seinem konzeptionellen Vermächtnis legte Generalleutnant Kreuzinger-Janik das Fundament für eine nachhaltige Fähigkeitsentwicklung im kommenden Jahrzehnt.
Der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière, macht seinen Antrittsbesuch bei der Luftwaffe und hielt ein Pressegespräch mit dem Inspekteur der Luftwaffe.
Der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Thomas de Maizière, macht seinen Antrittsbesuch bei der Luftwaffe und hielt ein Pressegespräch mit dem Inspekteur der Luftwaffe. (Quelle: Luftwaffe/Andrea Bienert)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 08.06.18


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