Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Tradition > Persönlichkeiten > Die Inspekteure der Luftwaffe > 1978 - 1982 Friedrich Obleser 

Generalleutnant Friedrich Obleser

Inspekteur der Luftwaffe von 1978 bis 1983

Generalleutnant Friedrich Obleser
Generalleutnant Friedrich Obleser (Quelle: Luftwaffe/Multimedia)Größere Abbildung anzeigen

Friedrich Obleser wurde am 21. Februar 1923 geboren und trat 1940 als Kriegsfreiwilliger in die damalige Luftwaffe ein. Er wurde zum Offizier und Jagdflieger ausgebildet und führte eine Jagdstaffel. Er wurde mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Als Oberleutnant geriet er 1945 in Kriegsgefangenschaft. Nach Rückkehr aus der US-Gefangenschaft war er Beauftragter einer Verwertungsgesellschaft, die vor allem viermotorige Bomber zu demontieren und abzuwracken hatte. Bald darauf wurde er Leiter der arbeitstechnischen Anwendungsabteilung eines Pfälzer Industriewerkes, wo er maßgeblichen Anteil an der Produktionsumstellung auf neue Werkstoffe und Herstellungsverfahren hatte.

Generalleutnant Friedrich Obleser
Generalleutnant Friedrich Obleser (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

1956 trat er als Hauptmann in die Luftwaffe ein und durchlief verschiedene Verwendungen in Jagdfliegerverbänden, bevor er 1961 Kommodore des Jagdgeschwaders 72 in Leck und 1963 Kommodore des Jagdbombergeschwaders 31 „Boelcke“ in Nörvenich wurde. Es folgte die Verwendung als Systembeauftragter „Multi Role Combat Aircraft“ (MRCA) im Führungsstab der Luftwaffe, der sich die Tätigkeit als General Manager der „NATO MRCA Management Agency (NAMMA)“ anschloss.

Nach einem Jahr als Amtschef Luftwaffenamt und einem weiteren Jahr als Kommandierender General des Luftwaffenunterstützungskommandos ernannte ihn Verteidigungsminister Hans Apel am 1. Oktober 1978 zum Inspekteur der Luftwaffe.

Er schied am 31. März 1983 aus dem Dienst aus, wenige Wochen, bevor der erste Jagdbomber vom Typ PA200 TORNADO an das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“ übergeben wurde. Die Serienreife dieses neuen Jagdbombers ist maßgeblich Oblesers langjähriger Tätigkeit zugunsten dieses Waffensystems zuzuschreiben. Seine Verdienste reichen damit über die Luftwaffe hinaus. Auch die britische und italienische Luftwaffe profitierten von seiner Expertise und seinem Engagement für dieses Flugzeug. Für seine Verdienste wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Generalleutnant a.D. Friedrich Obleser starb am 5. Juni 2004.

nach oben


Stichwort „MRCA Panavia 200 TORNADO“

Bereits 1968 als „Neues Kampfflugzeug (NKF)“ zwischen Deutschland, Großbritannien und Italien vereinbart, wurde das MRCA-Programm das bis dahin größte deutsche Rüstungsvorhaben. Das MRCA (Multi Role Combat Aircraft) ersetzte ab 1981 die verbliebenen F-104G STARFIGHTER der Luftwaffe sowie der Marine. 2005 endete der Betrieb der PA200 TORNADO in der Marine; die Aufgabe „Seekriegführung aus der Luft“ wurde der Luftwaffe zugewiesen. Die fliegerische Ausbildung der Luftfahrzeugführer und Waffensystemoffiziere erfolgte bis 1999 trinational in Cottesmore/ England mit anschließender luftwaffenspezifischer Waffensystemausbildung. 1999 wurde die deutsche Ausbildung zur Holloman Air Force Base/New Mexico verlegt.

Variable Flügelgeometrie, Fly-by-Wire-Steuerung, Fähigkeit zum radargesteuerten Tiefstflug sowie neuartige Bewaffnung sicherten dem PA200 TORNADO und der beteiligten Luftfahrtindustrie einen internationalen Spitzenplatz. Seine Auslegung - Zwei-Mann-Besatzung und zwei Triebwerke - war dem Leistungsspektrum geschuldet, aber auch den Flugsicherheitsstandards nach der STARFIGHTER-Krise. Variable Geometrie und Schubumkehr reduzierten die Start- und Landestrecken; gekoppelt mit Startbahnschnellinstandsetzung und Härtung der Infrastruktur sicherten sie Operationsfähigkeit auch nach Feindeinwirkung.

Mit der amerikanischen Zertifizierung des PA200 TORNADO für den atomaren Einsatz blieb Deutschlands nukleare Teilhabe erhalten.

Die Entwicklungs- und Beschaffungskosten des MRCA blieben im vertraglichen Rahmen. Stark schwankender Mittelbedarf zu Produktionsbeginn führte aber 1981 zur „TORNADO-Krise“. Es drohte die Verdrängung anderer wichtiger Vorhaben. In einer „Rüstungsklausur“ unter Leitung von Verteidigungsminister Apel passten die Teilstreitkräfte ihre Investitionsplanungen der Finanzvorgabe an. Indessen wurden die Betriebskosten höher als von Industrie und Luftwaffe erwartet und die Erhaltung der Einsatzbereitschaft in den TORNADO- Verbänden erforderte stets große Anstrengungen.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 08.06.18


http://www.geschichte.luftwaffe.de/portal/poc/geschlw?uri=ci%3Abw.lw_geschlw.trad.pers.insp.obles