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Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz

Inspekteur der Luftwaffe von 2004 bis 2009

Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz
Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz (Quelle: Luftwaffe/Multimedia)Größere Abbildung anzeigen

Klaus-Peter Stieglitz wurde am 3. Oktober 1947 in der Lutherstadt Eisleben geboren. Er trat 1968 als Offizieranwärter des Fliegerischen Dienstes in die Luftwaffe ein, zunächst zum Strahlflugzeugführer auf dem Waffensystem F-104G STARFIGHTER ausgebildet und im Anschluss ab 1973 im Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmund eingesetzt, wurde Stieglitz nach seiner Umschulung 1974 auf die neu in die Luftwaffe eingeführte F-4F PHANTOM zunächst Einsatzoffizier im Jagdgeschwader 71 „Richthofen“.

Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz
Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Der Generalstabsausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg von 1981 bis 1983 folgte eine Verwendung als Staffelkapitän beim Jagdbombergeschwader 35 in Pferdsfeld. Daran schloss sich ein Einsatz als Dezernatsleiter A 3 a bei der 1. Luftwaffendivision in Meßstetten bis 1987 an. In der darauf folgenden NATO-Verwendung als Generalstabsoffizier beim Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) bearbeitete er von 1987 bis 1989 Konzeptionen der Luftkriegführung, bevor er als Kommandeur die Fliegende Gruppe des Jagdgeschwaders 74 in Neuburg an der Donau führte. Nach erfolgreicher Bewährung in ministeriellen Verwendungen im Führungsstab der Luftwaffe und im Planungsstab des Bundesministeriums der Verteidigung folgten zwei Verwendungen als Kommodore, zunächst 1993/94 beim Jagdbombergeschwader 35, danach 1994/95 beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage. Im Dienstgrad Oberst diente Stieglitz von 1995 bis 1998 erneut im Bundesministerium der Verteidigung, dieses Mal als Referatsleiter im Führungsstab der Luftwaffe.

Mit der Beförderung zum Brigadegeneral übernahm er die Führung des NATO E-3A-Verbandes in Geilenkirchen, dessen Kommandeur er bis zum Jahr 2000 blieb. Einer zweijährigen Verwendung als General Flugsicherheit im Luftwaffenamt in Köln schloss sich, einhergehend mit der Beförderung zum Generalmajor, ein Einsatz als Kommandeur der 3. Luftwaffendivision in Berlin an. Im Oktober 2003 wurde Stieglitz Stellvertretender Befehlshaber der Alliierten Luftstreitkräfte in Nordeuropa in Ramstein und am 12. Januar 2004 Inspekteur der Luftwaffe.

Am 31. Oktober 2009 schied Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz aus dem aktiven Dienst aus. In seiner über fünfjährigen Amtszeit als Inspekteur der Luftwaffe waren die Einsätze der Luftwaffe, die Luftwaffenstruktur 6 und der EUROFIGHTER drei Schwerpunktthemen in dieser Zeit. Für seine Verdienste wurde Generalleutnant Stieglitz mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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Stichwort „EUROFIGHTER“

Bereits 1983 hatte ein Konsortium aus fünf europäischen Nationen damit begonnen, ein „Future European Fighter Aircraft“ zu entwickeln. Nachdem Frankreich 1985 aus dem Projekt ausschied und die nationale Konstruktion eines modernen Kampfflugzeuges forcierte, beauftragten die verbleibenden Länder – die Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien – die eigens dafür gegründeten Industriekonsortien Eurofighter Jagdflugzeuge GmbH und EUROJET Turbounion GmbH, beide ansässig in Hallbergmoos bei München, mit der Entwicklung und Fertigung des EUROFIGHTER. Am 27. März 1994 wurde der erste Testflug mit einem Prototyp in Manching durchgeführt; 1997 konnte der Produktionsvertrag unterzeichnet werden.

Am 17. Februar 2003 wurde der erste EUROFIGHTER aus der Serienfertigung ausgeliefert und die Umschulung der ersten Luftwaffenpiloten am Standort Manching begonnen. Am 30. April 2004 vollzog Generalleutnant Stieglitz als ehemaliger Kommodore des Jagdgeschwaders 73 „Steinhoff“, nunmehr als Inspekteur der Luftwaffe, die offizielle Indienststellung des Waffensystems EUROFIGHTER. In den Folgejahren begleitete Stieglitz eng den weiteren Aufwuchs und überzeugte sich immer wieder auch persönlich von der enormen Leistungsfähigkeit des Waffensystems.

Nach der Ausbildung weiterer Piloten und intensiven Vorbereitungsmaßnahmen wurden am 25. Juli 2006 im Jagdgeschwader 74 in Neuburg an der Donau erstmals die neuen Kampfflugzeuge in ein Einsatzgeschwader der Luftwaffe integriert. Nicht einmal zwei Jahre später konnte der NATO die Übernahme der Einsatzaufgabe Quick Reaction Alert (Intercept) über Süddeutschland alleinig mit dem EUROFIGHTER angezeigt werden. Neben dem ersten NATO-Einsatz deutscher EUROFIGHTER im Rahmen des Air Policing Baltikum 2009 konnte auch die eigenständige strategische Verlegefähigkeit unter Abstützung auf die Luftbetankung durch den AIRBUS A310 MRTT mit der Teilnahme an der Luftfahrtschau AERO INDIA nachgewiesen werden.

Mit der Einführung des EUROFIGHTER geht jedoch nicht nur eine Modernisierung, sondern auch eine Reduzierung der Kampfflugzeugflotte der Luftwaffe einher. So wird der EUROFIGHTER die F-4F PHANTOM vollständig und große Teile der PA 200 TORNADO-Flotte ablösen. Damit leistet die in Zukunft kleinere, aber insgesamt modernere und leistungsfähigere Luftwaffe nicht nur einen Beitrag zum Transformationsprozess in der Bundeswehr, sondern ist auch weiterhin in der Lage, ihre Aufgaben bei sich verändernden sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen zu erfüllen.

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Stand vom: 08.06.18


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