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Die Flugzeugführerschule 'S'

Die Einrichtung der Flugzeugführerschule "S" (FSS S) erfolgte gemäß Luftwaffenaufstellungsbefehl Nr. 15 vom 29. Mai 1956.

Sie wurde am 10. Juni 1956 in Uetersen aufgestellt und bereits im August des Jahres nach Memmingen verlegt. In der FSS S wurde – aufgeteilt in drei Ausbildungsstaffeln (ab 1958 Ausbildungsgruppen) – die Ausbildung für Transportflugzeuge und Transporthubschrauber durchgeführt. Die FSS S wurde dem Kommando der Schulen unterstellt.

Ihre Aufgabe bestand in der Ausbildung von fliegendem Sonderpersonal für Luftwaffe, Heer und Marine (Verbindungsflugzeugführer, Transportflugzeugführer, Heeres- und Marine- Flugzeugführer, Hubschrauberflugzeugführer)

Bei ihrer Aufstellung war die Schule gegliedert in:

  • Stab
  • Ausbildungsgruppe (mit Ausbildungsstaffel, Schülerstaffel)
  • Technische Gruppe (mit Wartungsstaffel, Instandsetzungsstaffel, Nachschub- und Kraftfahrzeugstaffel)
  • Fliegerhorstgruppe (mit Flugbetriebsstaffel, Bodendienststaffel, Verwaltung)

Die Ausbildung wurde dabei von Fluglehrern aus den USA, Großbritannien und Frankreich unterstützt.

Da der eigentliche Standort Memmingen zu klein war, wurden die Ausbildungsstaffeln auf mehrere Standorte in Deutschland verteilt. Mit dem Befehl für die Verlegung vom 7. Januar 1959 wurde die Schule ab 1. März von Memmingen nach Wunstorf, Diepholz und Fassberg verlegt.

Die Ausbildungsgruppe A – zuständig für die fliegerische Grundausbildung – wurde 1963 aufgelöst, da die Piloten für Transportflugzeuge und Seefernaufklärer nun zunächst auf der Lufthansa-Verkehrsfliegerschule ausgebildet wurden.

Die Hubschrauberausbildung wurde 1975 als Hubschrauberführerschule der Luftwaffe neu gegliedert und nach Ahlhorn verlegt.

Die FSS S wurde zum 01.10.1978 unter Beibehaltung des Lehrauftrags als 4. Staffel in das wiederaufgestellte Lufttransportgeschwader 62 eingegliedert.

Auftrag

Die FSS S hatte den Auftrag, die Ausbildung für Besatzungen von Transportflugzeugen und Transporthubschraubern durchzuführen. Hierzu war die Schule in drei Ausbildungsgruppen geteilt:

Die Ausbildungsgruppe A war für die fliegerische Grundausbildung auf den Flugzeugtypen Piper L-18 und Piaggio P.149 zuständig.

Die Instrumentenflugausbildung mit Noratlas und Percival Pembroke wurde von der Ausbildungsgruppe B durchgeführt.

Die Ausbildungsgruppe C war für die Hubschrauberausbildung zuständig.

Neben der Ausbildung übernahm die FSS S auch Transporteinsätze, beispielsweise im Rahmen der Fluthilfe für Hamburg 1962.

Die FSS S wurde zum 01.10.1978 unter Beibehaltung des Lehrauftrags als 4. Staffel in das wiederaufgestellte Lufttransportgeschwader 62 eingegliedert.

Ereignisse im Überblick

Chronik
Datum Ereignis
10.06.1956 Aufstellung der FSS S in Uetersen
04.08.1956 Verlegung nach Memmingen
09.11.1956 Beginn des Flugbetriebs, erstes genutztes Muster Piper L-18C
März 1957 Auslieferung von Noratlas und Bell 47 G-2
Oktober 1958 Verlegung der Ausbildungsgruppen: A nach Diepholz,  B nach Wunstorf (vorher kurzzeitige Nutzung des Fliegerhorsts Neubiberg), C nach Faßberg
1959 Aufgabe des Standorts Memmingen durch die FSS S
Februar 1962 Sturmflut in Hamburg, FSS S leistet Transportflüge
31.07.1963 Auflösung der Ausbildungsgruppe A, Lufthansaverkehrsfliegerschule übernimmt fliegerische Grundausbildung
April 1964 Beginn der Ausbildung internationaler Flugschüler, Ausbildung für Personal aus Tansania, Sudan, Nigeria und Lybien
01.04.1968 Aufstellung des Lufttransportkommandos in Porz-Wahn, Unterstellung der FSS S
13.05.1969 Ankunft der ersten Transall, Beginn der Schulung auf Transall in Wunstorf
September 1970

Beginn der Instrumentenflugschulung auf Do 28 Skyservant

1975 Unfalltod von Oberst Mayerhofer
01.10.1978 Auflösung der FSS S, Umgliederung als 4. Staffel des LTG 62, Beibehaltung des Lehrauftrags

Standort

Die FSS S wurde zunächst in Uetersen aufgestellt, aber bereits nach zwei Monaten – im August 1956 – an den Standort Memmingen verlegt.  Aufgrund der zu geringen dortigen Kapazitäten erfolgte die Aufteilung der Ausbildungsgruppen auf die Fliegerhorste Wunstorf, Diepolz und Faßberg. Kurzzeitig wurden auch die Standorte Friedrichshafen, Neubiberg und Mengen-Hohentengen genutzt.

Flugzeuge/Hubschrauber

Flugzeuge/Hubschrauber
Flugzeugbezeichnung Aufgabe Zeitraum
Piper L-18 Schulungsflugzeug ab 1956
Piaggio P.149 Schulungsflugzeug
Noratlas Transportflugzeug ab 1957

Percival Pembroke

Mehrzweckflugzeug

Do 28 Skyservant

Transportflugzeug ab 1970

Transall

Transportflugzeug ab 1969

Bell 47

Leichter Mehrzweckhubschrauber ab 1957

Vertol H-21 C

Transporthubschrauber (Heeresflieger)
Die Kommandeure
Oberst Heise, Hanns 16.07.1956 31.12.1958
Oberst Poetter, Joachim 01.01.1959 30.09.1961
Oberst Merkwitz, Horst 01.10.1961 15.01.1963
Oberst Treppe, Herbert 16.01.1963 24.08.1964
Obstlt. Meyer zum Felde, Karl-Horst 28.08.1964 01.04.1970
Oberst Gottschalt, Siegfried 01.04.1970 30.09.1972
Oberst Drechsel, Werner 01.10.1972 31.03.1973
Oberst Naumann, Horst 01.04.1973 30.04.1975
Oberst Mayerhofer, Heinrich 01.05.1975 1975
Obstlt. Kemme, Claus (kommissarisch) 1975 10.11.1975
Oberst Zillober, Theodor 10.11.1975 30.09.1978

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Stand vom: 16.07.18


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