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Jagdbombergeschwader 36 "Westfalen" (1961 bis 1991)

Das Jagdbombergeschwader war auf dem Fliegerhorst Hopsten in Westfalen und in Rheine stationiert. 1961 aufgestellt, war es zuerst mit F-84 F Thunderstreak ausgerüstet. Diese wurden aus dem bestehenden Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich herausgelöst, bevor nach vier Jahren die Umrüstung auf F-104 Starfighter erfolgte.

Ab 1975 wurden F-4 Phantom verwendet.

Im Zuge der Wiedervereinigung wurde das JaboG 36 umstrukturiert und in „Jagdgeschwader 72 ‚Westfalen‘ “ umbenannt.

Auftrag

Das JaboG 36 hatte den Auftrag, den Luftraum der Bundesrepublik zu verteidigen. Im Rahmen der Nuklearen Teilhabe innerhalb der NATO waren zudem amerikanische Soldaten in Hopsten stationiert. Die Starfighter des JaboG 36 hätten im Verteidigungsfall als Atomwaffenträger fungiert. Daher stellte das Geschwader eine sog. Quick Reaction Alert: Es standen ständig zwei startbereite Maschinen zur Verfügung.

Hinzu kam eine besondere Rolle in der Ausbildung. Das JaboG 36 führte die Europäisierung der Piloten – der Ausbildungsabschnitt, welcher die in den USA ausgebildeten Piloten an die europäischen Luftfahrtgegebenheiten gewöhnen sollte – durch.

Das Geschwader war außerdem das erste deutsche, welches an einer Tiefstflugausbildung in Goose Bay, Kanada teilnahm

Ereignisse im Überblick

Chronik
Datum Ereignis
01.03.1961

Aufstellung des Geschwaders in Nörvenich

01.09.1961 Verlegung nach Hopsten und NATO-Unterstellung des Geschwaders
12.12.1961 Offizielle Indienststellung durch den Inspekteur der Luftwaffe Generalleutnant Kammhuber
19.01.1962 Aufstellung der zweiten Staffel des Geschwader zur Pilotenausbildung, schrittweise Ausrüstung mit Lockheed T 33A und Piaggio P.149
13.03.1963 Genehmigung des Geschwaderwappens
02.02.1965 Beginn der Umrüstung auf F-104 Starfighter
1971 Geschwader verlegt für drei Monate nach Beja, Portugal
1972 Umrüstung von Piaggio P 149 auf Do 28 Sky Servant
04.02.1975

Beginn der Umrüstung auf F-4 Phantom

21.07-26.09.1980 JaboG 36 verlegt als erstes deutschs Geschwader nach Goose Bay, Kanada
01.02.1981 Beschluss zur Zentralisierung der Europäisierung in „Zentraler Ausbildungseinrichtung F4-F“, Aufstellung einer dritten Staffel
11.01.1985 Geschwader erhält den Beinamen „Westfalen“
01.04.1991 Umgliederung des Geschwaders und Umbenennung in Jagdgeschwader 72 Westfalen

Standort

Der Fliegerhorst Hopsten wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg als Feldflugplatz genutzt und zur Zeit des Nationalsozialismus befestigt und ausgebaut.

Die Bundeswehr nahm den Flugbetrieb in Hopsten wieder auf, die Truppenunterkünfte und der Geschwaderstab befanden sich in Rheine. Die militärische Nutzung wurde 2006 beendet.

Tabellarische Übersicht

Flugzeuge
Flugzeugbezeichnung Aufgabe Zeitraum
F-84F "Thunderstreak" Jagdbomber 1961-1965
F-104 G "Starfighter" Jagdbomber 1965-1974
F-4F Phantom II Jagdbomber 1974-1991
Lockheed T 33A Trainer 1962-1976
Piaggio P 149 Trainer 1962-1990
Do 28 Sky Servant Mehrzweckflugzeug 1972-1991
Kommodore von - bis
Dienstgrad Name, Vorname von bis
Major Meyn, Wilhelm 13.03.1961 14.12.1962
Major Opel, Hans- Gerhard 01.01.1963 24.08.1964
Oberstleutnant Kmitta, Lothar 27.08.1964 31.12.1969
Oberst Friesen, Hanscarl Frhr.v. 01.01.1970 27.03.1972
Oberstleutnant Merkl, Wilhelm 28.03.1972 07.11.1974
Oberst Schwenke, Winfried 08.11.1974 09.08.1976
Oberst Rimmek, Klaus- Wilhelm 10.08.1976 02.04..1979
Oberst Busch, Friedrich 03.04.1979 26.03.1982
Oberst Engelien, Botho 26.03.1982 29.03.1984
Oberst Vogler, Peter 30.03.1984 26.09.1986
Oberst Menge, Manfred 27.09.1986 25.03.1991

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Stand vom: 09.07.18


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